Wetzlarer Neue Zeitung, August 2011

 

„Sinnenbrand“ heißt die vierköpfige österreichische Künstlergruppe, die am Donnerstag in der Phantastischen Bibliothek gastiert hat.

Eher ein Gesamtkunstwerk, mit dem die vier Österreicher, die allesamt reichlich Erfahrung in den Bereichen bildende Kunst und Literatur haben, immer wieder für Verwirrung sorgten. Da flogen Papierbällchen durch die Luft, lasen die Künstler mehrstimmig eher kryptische Texte, gab es verstörende Klänge vom Akkordeon. Und man dürfte den Kunstschaffenden wohl nicht zu nahe treten, würde man ihren Wetzlarer Auftritt als verstörend und äußerst ungewöhnlich, aber durchaus als gelungen bezeichnen.

 

OÖVolksblatt, Juni 2011

 

Aber hallo! Lebt hier eine schon in die Jahre gekommene „Boygroup“ ihre pubertäre Aufmüpfigkeit aus? Da wird mit Papierknäueln ins Publikum geworfen, da unterbricht einer den anderen mit Störgeräuschen (Hundegebell), um dann doch im literarischen Chor zusammenzufinden. Selbstbewußt wird verkündet: „Wir sind das Gedicht, das durch den Körper geht.“

„Sinnenbrand“ nennen sich vier ansonsten sehr seriösen Herren, die am Montag im Linzer Stifterhaus ordentlich aufmuckten.

 

Das mag diese Literaturperformance gelehrt haben: Raus aus den Zwängen!

 

ÖSTERREICHISCHER SCHRIFTSTELLER/INNENVERBAND OESV 

Rezensionen von "Glutdruck" aus der Zeitschrift "Literarisches Österreich" 2016/2 von Wolfgang Ratz

 

Texte der Gruppe Sinnenbrand, bestehend aus den Autoren Peter Assmann (PA), Ferdinand Götz (FG), Richard Wall (RW) und Paul Jaeg (PJ) versammelt dieser Band. Dennoch handelt es sich dabei keinesfalls um eine Anthologie, sondern um die "Libretti" künstlerischer Performances, die an konkreten Orten (Ebensee, St. Pantaleon, Traunkirchen, Wels, Bad Ischl, Salzburg und Linz) stattfanden und außer Literatur auch bildende Kunst und Musik einbezogen. Die Initialen ordnen die einzelnen Dialogteile den jeweiligen Autoren zu. 

 

Sehr stark wird in den szenischen Lesungen das kollektive Element betont, wie in der Veranstaltung am 28.5.2011 in Ebensee: Wir sind das Gedicht, das durch den Körper geht,/ hinein in die staubigen Hosensäcke der/ Ziegelschupferinnnen/ hinein in die blauen Brusttaschen der Mechanikerinnen/ hinein in die Wasserkübel der Straßenfegerinnen/ hinein in die Tastaturen der Laptopbetreuerinnen...